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Zentrum für Naturheilkunde und Körperbewegung
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Die
Traditionelle Chinesische Medizin erscheint uns manchmal deshalb ein wenig fremd, weil das Denkmodell, auf welchem
die TCM basiert, einer völlig anderen Kultur und einem völlig anderen Zeitalter entspringt, als es bei uns in Europa der
Fall ist. Die Medizin in Europa kann man als eine moderne Medizin bezeichnen – schließlich war man bis in das 19.
Jahrhundert damit beschäftigt anatomische Fragen bezüglich unseres Körpers zu lösen, und sind heute mit
Hightech immer noch dabei…
Die Medizin der Chinesen existiert seit über 2000 Jahren und hat ihre Wesenszüge weitgehend beibehalten –
unter Einbezug der zahlreichen Einflüsse von außen im Laufe der Zeit.
Im Zentrum des Denkens steht die Tatsache, dass alle natürlichen Vorgänge in Beziehung zueinander stehen, sich beeinflussen und bestrebt sind stets einen harmonischen Ausgleich dieser natürlichen Kräfte zu erzielen. Hieraus ergeben sich automatisch Polaritäten, die uns bekannt sind unter der Bezeichnung "Yin und Yang". Möchte man natürliche Prozesse beschreiben, bedarf es stets einer Gegensätzlichkeit, um diese überhaupt beschreiben zu können. Möchte man den Tag beschreiben, muss man erst wissen, wie die Nacht ist, möchte man Krankheit definieren, so muss man erst wissen, was Gesundheit ist etc. In all dem ist Yin und Yang präsent. Diese beiden Kräfte verkörpern ein stetiges Wechselspiel von natürlichen Vorgängen, sie ergänzen sich, gehen miteinander und gegeneinander und dennoch sind sie eine Einheit. Ein weiteres beschreibendes Modell des chinesischen Grunddenkens wären die "fünf Wandlungsphasen" – ein theoretisches Modell basierend auf den fünf Elementen "Holz, Feuer, Wasser, Erde und Metall" und dessen Wechselwirkungen zueinander und miteinander.
Die
Chinesen gehen von einem imaginären Leitbahnsystem im Körper aus, durch dessen Bahnen - auch Meridiane genannt,
die Energie fließt. Dieser Energie wird vereinfacht gesehen die Bezeichnung "Qi" zugesprochen, was mit
Kraftpotential, Aktivpotential oder Odem assoziiert werden kann. Diese Art Leitbahnsystem ist vergleichbar mit unserem Nervensystem,
jedoch bleibt es ein theoretisches System. Auf den Leitbahnen/Meridianen liegen über 360 spezielle Punkte, die Akupunkturpunkte.
Durch Aktivierung dieser Punkte mittels Akupunktur kann die fließende Energie positiv beeinflusst werden. Da für die
Chinesen "Krankheit" als ein Missverhältnis dieser Energien bedeutet, reicht es durch gezielte Stimulation der
Akupunkturpunkte, das Missverhältnis wieder in Gleichgewicht zu bringen.
Neben der besagten Energie "Qi" gibt es noch weitere Substanzen, die in Beziehung zueinander stehen und sich permanent
beeinflussen. Schließlich gibt es die einzelnen Organe – wie auch wir sie kennen, die in ihrer Funktion aber einem anderen
Denkmodell entsprechen, nämlich einem Modell auf energetischer Ebene. Eine Analogie zu der Funktionsweise der Organe wie wir
sie kennen gibt es nur in einer entfernten Weise. All diese Aspekte – von Yin und Yang über Qi bis hin zu den
Organen, ergeben ein ganzes Medizinsystem und sind für die Erkennung von Disharmonien im Körper von
größter Relevanz.
© Marika Jetelina: www.tcm-praxis-jetelina.de